Ich bin nicht Mal ein Laie, wenn es um Geschlechtskrankheiten und ihre Übertragung geht. Ich vermute, es handelt sich um eine Schmierinfektion. Ein Kondom bietet auch keine 100% Sicherheit. Ich hatte einfach ein riesen Glück ...
Das ist eine sehr gute Frage. Ich hatte das auch mal vor vielen, vielen Jahren: Chlamydien und Tripper trotz geschütztem Verkehr. Das ist ungefähr so wie ein 6er im Lotto. Man weiss nicht, wieso das passiert ist und sollte sich über eine so seltene Möglichkeit auch keine Gedanken machen. Aber es kann passieren (zum Beispiel vor dem Kondom aufziehen). Macht euch auch keine Gedanken, dass ein Komet auf euch fällt, wenn ihr aus dem Haus geht!
Der Freund einer Schwagers hat mal erzählt: So gut wie jede Dienstlerin hat bereits eine unbemerkte Infektion. Hier ist Obacht zu geben wer dünne Haut oder zu groß gebaut ist, Verletzungsgefahr! Wer jedoch einen Kümmerling hat , der hohlt sich meist nichts, sonst wären wir ja schon Alle krank.
Es kann aber auch sein das dls immun dagegen sind. schliesslich werde sie geimpft, vorgesorgt geprept.
@black.angel @rebane Guten Morgen Jungs, eure Story klingt zwar beruhigend, aber der Vergleich mit dem 6er im Lotto hinkt leider gewaltig. So selten ist das nämlich gar nicht, und ein kosmisches Wunder ist es erst recht nicht. Der Denkfehler bei der Sache ist meistens derselbe: Man denkt bei „geschützt“ nur an das Kondom beim eigentlichen Hauptakt. Tripper und Chlamydien werden aber extrem leicht über **Oralsex** übertragen – (was ich damit meine, ist wohl jedem bewusst). Dazu kommt das Timing: Wenn es schon im Vorspiel oder *vor* dem Aufziehen intensiven Schleimhautkontakt gab, bringt das Gummi danach halt auch nicht mehr die volle Sicherheit. Das Ganze hat also nichts mit einem unvorhersehbaren Kometeneinschlag oder Schicksal zu tun, sondern ist ganz einfache Biologie. Safe Sex fängt nun mal leider schon beim Vorspiel an. Sich da in falscher Sicherheit zu wiegen, bringt am Ende keinem was.
@diamondzz Schön wär’s ja, aber das ist leider reines medizinisches Wunschdenken und brandgefährliches Halbwissen. Hier werden ein paar Begriffe komplett durcheinandergewürfelt: 1. **Es gibt KEINE Impfung** gegen Syphilis, Tripper oder Chlamydien. Das sind bakterielle Infektionen. Man wird dagegen nicht immun. Wer das heute mit Antibiotika erfolgreich behandelt, kann sich nächste Woche beim Nächsten direkt wieder anstecken. 2. **PrEP schützt AUSSCHLIESSLICH vor HIV.** Das ist ein medizinisches Top-Mittel, aber gegen Syphilis, Tripper oder Chlamydien bewirkt es absolut gar nichts. Wer wegen der PrEP das Kondom weglässt, fängt sich die bakteriellen Sachen oft erst recht ein. Sich einzureden, die Frauen wären magisch gegen alles „immunisiert“ oder „vorgeströmt“, ist die perfekte Ausrede für die eigene Bequemlichkeit. Wer im Milieu auf Kondome verzichtet, schützt sich mit solchen Mythen vielleicht vor dem schlechten Gewissen, aber garantiert nicht vor dem Arztbesuch.
Ich finde deine Warnungen sehr gut, Kollege Conny2010, und voll berechtigt, weil sehr viele Freier die Gefahren beim P6 einfach verdrängen. Aber diese Behauptung ist meiner Meinung nach auch eine maßlose Übertreibung wie der "Sechser im Lotto". Man sollte die Kirche im Dorf lassen. Wenn man sich beim Oralverkehr "extrem leicht" mit Tripper und Chlamydien anstecken würde, würden jeden Morgen tausende Freier mit dem berühmten "Bonjour" Tropfen aufwachen oder beim Pinkeln das nicht weniger bekannte Brennen verspüren. Nach meiner eigenen Erfahrung aus über 30 Jahren P6 liegt die Chance für diese STI zwischen einem Promille und einem Prozent. Das ist viel mehr als der "6er im Lotte" (eins zu eine Million), aber zum Glück auch weit entfernt von "extrem leicht".
@Seitan Netter Versuch mit der Promille-Statistik, aber du verwechselst hier „keine Symptome“ mit „keine Infektion“. Dass morgens nicht tausende Männer mit dem berühmten Brennen aufwachen, liegt an ganz einfacher Biologie: Der Rachen pinkelt nicht. Tripper und Chlamydien im Hals verlaufen zu 80 bis 90 % **völlig symptomlos**. Da brennt nix, da tropft nix – man fühlt sich kerngesund und schleppt die Bakterien trotzdem munter weiter. Und weil man absolut null merkt, lässt natürlich auch kein Freier den dafür nötigen tiefen Rachenabstrich machen. Beim normalen Urintest schlägt ein Tripper im Hals nämlich gar nicht erst an. Deine 30 Jahre Erfahrung beweisen also nicht, dass das Risiko gering ist, sondern nur, dass unsichtbare Infektionen verdammt gut im Verstecken sind. Glückwunsch zum lückenlosen Bauchgefühl, aber die Biologie verhandelt leider nicht nach P6-Dienstjahren.
Beim Gesundheitsamt wird schon ein Rachenabstrich gemacht bzw. der wird von einem selber durchgeführt mit Anleitung, also dem Klo hängen Bilder mit Anleitung was zu tun ist. Kann ich auch nur empfehlen das wenn man es kontrollieren lässt vernünftig passiert. Min. 2 Std vorher nicht zum Klo und pinkeln und dann Erststrahl Urin mit zum Strich im Becher, die markieren das meisten und sagen bis wo. Dann noch der Rachenabstrich. Man sollte sich bewusst machen wenn man im P6 unterwegs ist das man was bekommen kann. Man sollte Risiko Minimierung betreiben. Kondome sind schon sinnvoll und auch nicht jede Frau lecken, vor allem nicht in jedem Club. Ganz ohne P6 ist auch blöd.
Mit dieser Scheiss Infektion hat sich meine Sicht verändert. Vorher war ich auch mehr oder weniger ohne Hemmung unterwegs. Nachdem ich mich zwangsweise mit dem Thema auseinandergesetzt habe, muss ich mir meine zukünftigen Herangehensweisen zum Thema P6 überlegen. Ohne möchte ich aber auch nicht.
Das ist richtig. Aber warum ist es so? Nicht weil "unsichtbare Infektionen verdammt gut im Verstecken sind", wie Conny2010 schreibt, sondern weil das Immunsystem im Mund/Rachenraum viel effektiver zuschlagen kann als in den Schleimhäuten im Genitalbereich. Der Speichel ist berühmt für seine Bakterien- und Viren-tötenden Eigenschaften. Sogar HIV haben es im Mundraum schwer, desgleichen natürlich Erkältungsviren. Wir wären viel öfter erkältet ohne unser starkes Immunsystem. Es ist auch richtig, dass Leute, egal ob Männer oder Frauen, bei einer STI-Ansteckung im Mundraum für andere Leute eine Ansteckungsgefahr bedeuten bei oralen Praktiken. Aber das ist dann auch wie bei Erkältungen. Viele Attacken werden vom eigenen Immunsystem abgewehrt, aber nicht alle. Ab und zu kriegt man was. Schlussfolgerung: stärke dein Immunsystem!
@Seitan Das klingt im ersten Moment nach einem logischen Ansatz, und es ist ja auch völlig richtig, dass unser Speichel eine wichtige erste Abwehrbarriere gegen viele Alltagskeime ist. Medizinisch ist das bei STIs aber leider trotzdem ein Trugschluss, der im Alltag schnell gefährlich werden kann. Das Problem ist Folgendes: Dass so viele Tripper- und Chlamydien-Infektionen im Rachen symptomlos verlaufen, bedeutet eben gerade **nicht**, dass das Immunsystem sie erfolgreich plattgemacht hat. Die Bakterien nisten sich dort einfach extrem unauffällig ein, ohne direkt eine schmerzhafte Entzündung auszulösen wie in der Harnröhre. Man spürt absolut gar nichts, trägt den Erreger aber voll in sich und gibt ihn beim nächsten oralen Kontakt munter weiter. In der Medizin nennt man das ein „stilles Reservoir“. Auch der Vergleich mit der Erkältung hinkt an einer entscheidenden Stelle: Erkältungen werden von Viren verursacht, die der Körper oft selbst reguliert. Tripper und Chlamydien sind jedoch **Bakterien**. Die bekommt man schlichtweg nicht durch ein gestärktes Immunsystem oder Vitamine weg. Wenn sie sich einmal in der Schleimhaut festgesetzt haben, bleiben sie dort – und sind ansteckend –, bis sie gezielt mit einem Antibiotikum behandelt werden. Es ist vollkommen richtig, auf seine Abwehrkräfte zu achten, aber bei bakteriellen Infektionen schützt uns das beste Immunsystem leider weder vor der Ansteckung noch vor der Weiterverbreitung.