Moin Männer, ich muss mal ein Thema in die Runde werfen, das man ja meistens eher ungern anspricht, das aber vermutlich viele von uns betrifft, die aktiv unterwegs sind. Kurz zu meiner Situation: Ich habe aktuell den begründeten Verdacht, dass ich mir möglicherweise etwas eingefangen haben könnte (konkret steht das Thema Syphilis im Raum). Ich bemerke da ein paar Veränderungen bei mir, die mich stutzig machen. Bevor hier die ersten Ratschläge kommen: Ja, der Gang zum Arzt bzw. der Test ist natürlich schon geplant und der einzig richtige Weg, darum geht es mir hier primär gar nicht. Mich würde eher die mentale und praktische Seite interessieren, wie ihr mit so einer Situation umgeht: 1 Wie geht ihr mit der Ungewissheit um? Wartet ihr einfach ab, bis das Testergebnis da ist, oder schiebt ihr direkt Kopfkino? 2 Umgang mit Kontakten: Wie handhabt ihr das in der Schwebephase mit euren Kontakten oder potenziellen Dates? Komplett Pause, bis alles schwarz auf weiß vorliegt? 3 Partner-Information: Falls sich der Verdacht bestätigt – wie geht ihr das Gespräch an, um die Leute aus den letzten Wochen/Monaten fair und diskret zu informieren, ohne direkt ein Drama auszulösen? Und zu guter Letzt: Dieses Forum hier ist ja eher für den allgemeinen Spaß da. Kennt ihr spezielle, gute Foren oder Communitys (gerne auch anonyme Ecken), in denen man sich abseits von rein medizinischen Infoseiten genau über diesen psychologischen und organisatorischen Part bei STIs austauschen kann? Bin gespannt auf eure Erfahrungen und einen entspannten Austausch. Beste Grüße!
Pause, komplett. Testen lassen, einmal alles. Ergebnis abwarten, wenn was sein sollte behandeln lassen. Nach 6 Wochen je nachdem was es ist „frei“ testen, negativer Test.
In 10 Jahren intensivem Paysex zweimal Chlamydien gehabt. Typisches Symptom: Brennen beim Wasserlassen. Lösung: 10 Tage lang 2 x täglich Doxycyclin Antibiotikum. Und natürlich Pause. Wer den Gang zum Arzt scheut: Es gibt gute und schnelle Selbsttest-Kits online zu kaufen, die testen auf bis zu 8 verschiedene Erkrankungen. Doxycyclin und Azithromycin (die Antibiotika der Wahl bei Chlamydien und Gonorrhoe) erhält man auch per Online-Rezept z.B. bei Zavamed. Grundsätzlich kann es nicht schaden, als häufiger Besucher von FKK-Clubs ein paar Selbsttest-Kits zu Hause zu haben. Die kosten zwischen 50 und 80 Euro und sind online erhältlich, einfach mal googlen nach "STI Selbsttest". Bei Verdacht kann man dann direkt eine Urin- und Blutprobe eintüten und absenden, nach 48 Stunden kommt das Ergebnis und man hat Gewissheit. So schiebt man nicht lange Panik oder quält sich mit Kopfkino. In der Zeit natürlich keine sexuellen Aktivitäten, das sollte wohl klar sein.
Ich mache es wie Kollege Zweiblum. Ergänzend erwähne ich: wer auf Nummer sicher gehen und schnell ein zuverlässiges Resultat erhalten will, sollte sich für PCR-Tests entscheiden, die man in zertifizierten Labors und beim Arzt durchführt, allerdings auch teuer sind. Dabei wird auf Bruchteile der DNA der Bakterien bzw. Viren getestet und nicht wie in den üblichen Schnelltests auf Antikörper. Der große Vorteil der PCR-Tests ist das kleine diagnostische Fenster (= die Zeit, in der kein Nachweise möglich ist) von ca. einer Woche. Die Bakterien/Viren müssen sich ja erstmal vermehren, ehe man genug von ihnen für einen Nachweis hat. Bei den Schnelltests ist das Fenster viel größer, weil dafür erst von unserem Immunsystem die Antikörper entwickelt werden müssen, das dauert. Das heißt, eine Woche nach einem kritischen Kontakt weiß ich sicher, ob ich infiziert bin oder nicht. Ich selbst habe das einige Male im Laufe meiner P6-Karriere so gemacht, weil ich sicher gehen wollte, dass ich meine Partnerin nicht anstecke. Es versteht sich von selbst, dass man bis zum Nachweis, dass man nicht (mehr) infiziert ist, keine sexuellen Kontakte eingeht.
Hi zusammen, danke für eure Rückmeldungen. Nur um das kurz klarzustellen: Mir ist absolut bewusst, dass Clubs, Dating und jegliche sexuellen Kontakte für mich erst einmal komplett tabu sind, bis die endgültigen Ergebnisse da sind und alles sauber abgeklärt ist. Das steht völlig außer Frage, da geht die Sicherheit anderer definitiv vor. Mich beschäftigt momentan aber vor allem eine andere Frage, bei der ich gerne mal eure Erfahrungswerte hören würde: Wie handhabt ihr das mit der Benachrichtigung von Sexualpartnern? Ab wann macht es Sinn, die Leute zu informieren (schon beim Verdacht oder erst bei einem handfesten Befund)? Und wie läuft das in der Praxis bei euch ab – sucht ihr direkt das Gespräch, oder gibt es da mittlerweile auch gute anonyme Wege, falls man nicht mehr zu allen Kontakt hat?
Moin, wenn es sich um Sexualpartnerinnen im Club handelt, ruf die Theke an. Sag ihr du hast dir ggf. etwas bei X oder Y eingefangen und dass sie sich ggf. auch mal testen lassen sollte. Schuldigkeit getan. Im privaten Bereich eher schwieriger, aber auch hier gibt es Unterstützung. Entweder mal bei deiner örtlichen AIDS-Hilfe nachfragen, ob diese dir weiterhelfen kann, oder mal das hier nutzen: Partner-Benachrichtigung - Walk In Ruhr Ganz generell ist das WIR Bochum als Expertenstelle für STI und medizinische Themen im Sexualbereich eine sehr gute Institution: Startseite - Walk In Ruhr So Long…
Alternativ zu diesem ganzen Selbstgeteste und Onlinegedoktere bietet auch jedes Gesundheitsamt und AIDS-Hilfe in regelmäßigen Abständen anonyme Testungen an. Oft kostenfrei, manchmal gegen geringe Gebühr. Da wird das dann direkt von medizinisch geschulten Personal erläutert und abgenommen, ohne dass es jemals in der Gesundheitsakte auftaucht. Würde ich zumindest immer vorziehen.
Die meisten gehen oder trauen sich nicht mal regeömässig zum Urologen, dann glaubst du doch wohl nicht selbst dass das Angebot einigen freiwillig annehmen werden. Ich habe sogar 2 Urologen, wo ich mir dann mehrere Meinungen einhole. Aber die meisten trauen sich einfach nicht die Wahrheit ins Auge zu sehen. Aber rum poppen kann jeder. Konsequenzen dann so lala
Hallo zusammen, kurzes Update von mir: Der Test läuft aktuell. Die Ärztin ist sich eigentlich schon ziemlich sicher, aber das endgültige Ergebnis kommt nächste Woche. Sobald das da ist, gibt es zwei Spritzen und das war's dann. Man wird mich definitiv so schnell nicht mehr in einem Saunaclub sehen. Wer mit dem Feuer spielt, hat am Ende einfach Pech gehabt – ich ziehe da jetzt einen ganz klaren Schlussstrich.
Hallo zusammen, vielen Dank für die vielen privaten Antworten, die ich bekommen habe. Das Thema scheint hier ja definitiv kein unbekanntes zu sein. Da stellt sich mir glatt die Frage: Warum gibt es eigentlich noch keinen Thread, der vor solchen Sachen warnt? Klar, wir sind alle erwachsen und wissen (meistens jedenfalls), was wir tun. Aber ein kleiner Erfahrungsaustausch oder eine Vorwarnung schadet ja trotzdem nie. Wie seht ihr das?
Ich meine mich zu erinnern dass solche Warnhinweise/ Meldungen regelmäßig schnellstens seitens der Moderation/ Administration gelöscht/verschoben wurden/werden. Es hat imho damit zu tun dass man damit den einen oder anderen Club oder DL schädigen kann (Rufmord?), oder auch einfach so einsetzt um seiner Unmut/ Enttäuschung Luft zu machen und einen Club/ einer DL bewusst zu schädigen.
Ok, das ist die sicherste Variante. Mich wundert dabei aber, dass Du von Syphilis sprichst - das ist eine seltene und für den Arzt sogar meldepflichtige Erkrankung. Dass die Erkrankung selten ist, und dann eher in sog. Hochrisikogruppen auftritt (homosexuelle Männer mit häufigem ungeschütztem Verkehr), zeigt, dass eine Ansteckung gar nicht so einfach ist. Wenn man sich in normalen Saunaclubs an die Regeln (das Gesetz) hält, ist es schon eher unwahrscheinlich, dass es einem dort passiert. Natürlich ist es so, dass es verschiedene Clubs gibt, und dass schon die Farbe der Teppiche einen Unterschied machen kann.
Klar ist die statistische Chance in der Allgemeinbevölkerung geringer – da hast du absolut recht. Aber wer das Thema komplett abtut, übersieht ein riesiges Detail, und das betrifft den Oralverkehr. Während beim klassischen ficken im Club heute Kondome genutzt werden, sieht die Realität beim Oralverkehr oft ganz anders aus. Diese Scheisse wird rein über den direkten Kontakt mit den infizierten Schleimhäuten oder Hautstellen übertragen. Wenn das Gegenüber eine solche Stelle im Mund- oder Rachenraum hat reicht der pure Schleimhautkontakt beim oralen Kontakt völlig aus. Weil diese Erreger-Wunden am Anfang oft überhaupt nicht wehtun, merken viele Betroffene gar nicht, dass sie infiziert sind, und geben den Dreck an den nächsten weiter.
Vielleicht fragt sich der eine oder andere, warum ich mich hier so tief in das Thema reinhänge. Ganz ehrlich? Weil ich mich unendlich über meine eigene Dummheit und Einfältigkeit ärgere. Ich war genau wie viele hier: Ich habe mir eingeredet: "Mir passiert schon nichts, das betrifft nur die anderen." Ein riesiger Denkfehler. Spätestens die privaten Nachrichten, die ich hier im Forum von anderen Betroffenen bekommen habe, zeigen mir ein völlig anderes, ungeschöntes Bild. Das Thema ist viel näher an uns dran, als wir uns in unserer Komfortzone eingestehen wollen. Ich will auch gar nichts beschönigen: Ich habe mich abgrundtief geschämt, mit diesem Verdacht zum Arzt zu gehen. Das kostet verdammt viel Überwindung. Aber die Erfahrung, die ich jetzt gemacht habe, war durchweg positiv. Die Ärzte sind Profis, da verurteilt dich keiner. Ja, die Situation und die Untersuchungen sind im ersten Moment unangenehm. Aber wisst ihr, was noch viel unangenehmer ist? Die Vorstellung, ahnungslos andere Menschen anzustecken. Oder die Augen davor zu verschließen, dass man unbehandelt an diesem Bakterium am Ende jämmerlich krepieren kann. Irgendwoher muss dieser verdammte Scheiß ja kommen – und er verbreitet sich nur weiter, weil weggeschaut, geschwiegen und die Scham vorgeschoben wird. Vielleicht hilft mein Post ja dem ein oder anderen, den Hintern hochzubekommen, über den eigenen Schatten zu springen und sich einfach testen zu lassen. Wenn es positiv ist: Therapie machen, Kopf hoch und das Thema erledigen. Das ist tausendmal besser, als russisches Roulette mit der eigenen Gesundheit und der von anderen zu spielen.
Ja, genau. Mich wundert auch, dass das kaum thematisiert wird, und ich hatte kürzlich dazu mal einen Tread eröffnet, der allerdings keine große Resonanz fand. Da Du aber aktuelles Fachwissen aufgebaut hast: Bei dieser Erkrankung erscheint ja nach ca. 3 Wochen ein schmerzloses Geschwür an der Eindringstelle (z.B. Penis). Was passiert dann, und wann und wie lange wird oder bleibt diese Stelle infektiös?
Da fragst du mich was. Ich würde mal sagen die Stelle hatte ich über einen Monat an meinem Penis. In der Zeit war ich aber auch gar nicht aktiv. Da es schmerzfrei war hatte ich mir keine Gedanken gemacht. Hatte es mit Salben versucht. Jetzt bei den ganzen anderen Symptomen bin ich zum Arzt.